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Bewegende Momente bei der neuen Frauenkirche in St. Kilian

< Endlich wieder unterwegs - kfd Wandertag
21.09.2020

 

Mit 96 Besucherinnen war die Kirche St. Kilian im Paderborner Süden komplett belegt. Der Diözesanverband Paderborn der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hatte zu seiner ersten Präsenzveranstaltung in Corona-Zeiten eingeladen. Das Gotteshaus bot einen eindrucksvollen Raum der Begegnung, um den zehnten Geburtstag der Frauenkirche zu feiern. Seit 2010 zieht der Diözesanverband mit dem außergewöhnlichen Format durch das Bistum. Stationen der Wort-Gottes-Feiern waren St. Michael in Paderborn, das Bergkloster Bestwig, die Katholische Akademie in Schwerte, das Franziskanerkloster in Wiedenbrück, St. Alexander in Schmallenberg und die „Kirche der Jugend“ in Hardehausen. Die ganz andere Optik, als in den klassischen Kirchen, habe sie überrascht und vollends eingenommen, schilderten Dorothee Brünger vom Diözesanleitungsteam und Diözesanpräses Roland Schmitz ihre Empfindungen beim ersten Eintreten in St. Kilian. Jeder würde darüber stauen, was sich hinter der Betonbauweise der 60er-Jahre verbirgt.

„Das Miteinander tut so gut“, begrüßte die Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann kfd-Frauen aus dem ganzen Bistum, darunter die Ideengeberin der Frauenkirche Christa Mertens aus Rüthen. An den „Geist des Konzils“ bei der Weihe der Kirche im Dezember 1966“ erinnerte Gemeindemitglied Claudia Auffenberg. Bei ihren Ausführungen richtete sie die Blicke auf das Prinzipalstück, das Altarkreuz, und auf die Fenster, die als Betonverglasungen Teile der Fassade sind. Die Chefredakteurin der Bistumszeitung „Der Dom“ freute sich über anerkennenden Applaus, nachdem Roland Schmitz bekundet hatte: „Viele sagen, den Dom lese ich wieder gerne.“

Mehrere Frauen folgten der Einladung von Dorothee Brünger und berichteten, wie Corona ihren Alltag verändert hat. Sie erzählten von Masken-Nähaktionen, Gesprächen vor der Haustür, unzähligen helfenden Händen, der Lust zum Einkaufen, weil man mal raus kam, ersten kfd-Versammlungen im Garten und ideenreich gestalteten Wort-Gottes-Feiern zuhause im kleinen Familienkreis. Sie habe die Kinder sehr vermisst, berichtete eine Lehrerin. Nach der enormen Anspannung im Klinikalltag sei sie dankbar, dass „es uns hier so gut geht“, forderte eine Krankenschwester alle zum weiteren, verantwortungsvollen Durchhalten auf. „Wir können viel mehr, als wir in der Kirche dürfen“, lautete das Fazit.

Die zentrale Frage an diesem Abende lautete: Wie wollen wir leben? Der spirituelle Faden knüpfte an das Zukunftspapier des kfd-Bundesverbands vom Juni 2020 an. Es zeigt die Vision von Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Kirche und Gesellschaft auf. Der Präses lobte das Engagement der kfd-Frauen, die partnerschaftlich auf Augenhöhe Verantwortung übernehmen. Kirchliche Strukturen hätten nicht das letzte Wort. „Es war eine Stunde zum Auftanken. Wir konnten nicht singen, aber wir haben gemeinsam gebetet“, kündigte Katharina Brechmann die nächste Frauenkirche in St. Kilian am Montag, 14. Dezember, um 19 Uhr an. Wegfallen musste auch der Austausch bei einem anschließenden Imbiss. Stattdessen ließen Referentin Maria Schleyer und Regina Brucksch vom Diözesanbüro zehn Jahre Frauenkirche in Bildern Revue passieren.

Das Organisationstrio dankte Barbara Liedtke, die den Abend am Keyboard begleitete, und Küsterin Renate Timmermann. Frauen, die bei der Vorbereitung der kommenden Abende ihre Ideen einbringen möchten, sind jederzeit willkommen. Anmeldungen zur Mitgestaltung und zum Besuch erfolgen im Diözesanbüro unter sekretariat@kfd-paderborn.de.

Fotos von ersten Frauenkirche im zehnten Geburtstagsjahr gibt es hier: