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Mai 2020

Impuls im Mai 2020

Bild gemalt von Marje H.

In diesen Tagen und Wochen kommt wohl niemand an dem Thema Corona Pandemie vorbei – darum auch einige Gedanken dazu an dieser Stelle.

Ja, es ist schon seltsam, was wir gerade erleben. Alles ist in stetiger Veränderung, keine handfesten Prognosen für die Zukunft – zumindest nicht heute am 5.5.20. Morgen sieht es vielleicht schon wieder anders aus. Und wir waren doch daran gewöhnt, dass wir alles genau planen und berechnen können - und jetzt ein Stillstand, ein langsames Sich-Zurechtfinden in der Situation.

Wir befinden uns in der Osterzeit und irgendwie hat mich diese ganze Entwicklung sehr an die Jünger damals erinnert, wie sie zu Ostern auch einen Stillstand erlebt haben. Plötzlich geht nichts mehr wie es vorher war. Alles ist durchkreuzt. Sie fallen auf sich zurück, verschließen sich, sind unsicher und voller Angst. Erst langsam begreifen sie, dass mit dem Tod Jesu eine neue Zeit beginnt. Diese neue Zeit gilt es zu gestalten mit dem, was Jesus ihnen in seiner Botschaft immer und immer wieder gepredigt hat. Sozusagen die Grundausrüstung, mit der man sich auf den Weg machen kann, um das Leben zu bestehen.

Ähnlich konnten wir die letzten Wochen erleben. Zurückgeworfen auf das, was uns als Christen ausmacht – nämlich ein uneingeschränktes Gottvertrauen und eine ebenso starke Motivation zur Nächstenliebe -, konnten wir erfreuliche Entwicklungen, neue phantasievolle Ideen und Fähigkeiten bei uns und bei vielen anderen entdecken, die ein Leben in Zeiten von Corona menschlich machen. Ich denke da an die Erzieher, die nach Möglichkeiten gesucht haben, den Kindern Freude am Lernen über das Internet zu vermitteln. Oder die, die Cafés , Gaststätten oder Geschäfte finanziell unterstützt haben, damit diese weiterbestehen können. Viele, die Einkaufsdienste angeboten haben, Unternehmer und Vermieter, die nicht auf ihrem Recht bestanden haben. Ich sehe die vielen Überstunden in pflegenden Berufen und ich sehe da auch die Frauen, die Hunderte von Gesichtsschutzmasken genäht haben, um einem Engpass zu begegnen.

Lenkt man den Blick auf diese vielen Aktionen der Nächstenliebe, die in den Menschen entstanden sind, dann mache ich mir keine Sorgen um den Fortbestand unserer Kirche.

Um es mit Andrea Schwarz zu sagen: Ostern war nicht, sondern es wird erst…. nämlich dadurch, wie wir mit diesen Tagen und mit dieser Situation umgehen. Ostern wird erst sein, wenn wir es werden lassen – und nicht allein an Jesus delegieren. Er geht uns voraus – aber wenn wir nicht mitgehen, bleibt er allein.

Wie das gehen kann? Für mich drückt es sehr schön ein kleiner Comic aus, der im Moment im Internet kursiert: Grinsend sagt der Teufel zu Gott, dass er es geschafft hat, mit Covid 19 alle Kirchen zu schließen. Gott aber antwortet nur, dass er jetzt gerade in jedem Haus eine Kirche neu eröffnet hat.

Bewahren Sie sich die Freude an den neuen Wegen, die Liebe Gottes spürbar werden zu lassen.

Christa Mertens