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30.10.2019

„Zeit ist reif“: 240 Frauen spüren Aufbruchstimmung


Unter dem Leitwort „Frauen, unsere Zeit ist reif“ stand diesmal der Basistag des kfd-Diözesanverbands. Im Gymnasium Petrinum in Brilon begrüßte die Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann 240 Aktive und Interessierte, die den Verband kennenlernen wollten. „Steh auf, Gott und die Welt warten schon lange darauf“, sangen die Frauen aus dem ganzen Bistum in der Wort-Gottes-Feier am Ende eines erlebnisreichen Tages. Erster Höhepunkt war ein Impulsvortrag von Veronika Steinrücke. „Wir müssen unser Profil schärfen“, motivierte die Geschäftsführerin der gleichnamigen Agentur zum Mitmachen bei der bundesweiten Verbandsoffensive für eine starke kfd. Dabei geht es um die drei Forderungen Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche, konsequentere Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft und nachhaltiges Handeln, das auf die Bewahrung der Schöpfung zielt. „Frauen, wir haben die Macht und wir machen“, sprach sie sich für mehr Mut von kfd-Mitgliedern aus, die zu Recht stolz sein können. Sie zitierte die Bundesvorsitzende Mechthild Heil: „Wir müssen deutlicher für unsere christlichen Grundwerte in einer modernen Gesellschaft eintreten. Wir wollen klar machen, warum unsere kfd für die ganze Gesellschaft und jede einzelne Frau unverzichtbar ist. Unsere Themen dulden keinen Aufschub.“ Steinrücke erklärte, der Blick müsse stärker als bisher auf Frauen außerhalb der kfd gerichtet werden. „Wir haben bei 500 katholischen Frauen zwischen 30 und 70 Jahren nachgefragt“, legte sie überraschende Zahlen vor. Nur 37 Prozent von ihnen würden die kfd kennen. Von diesen Kennerinnen wüssten lediglich 46,6 Prozent, wofür der Verband steht. 41 Prozent der Befragten würden auf den Einsatz für eine geschlechtergerechte Kirche warten und sich soziale Angebote wünschen. 50 Prozent seien der Meinung, dass sich Frauen zusammenschließen müssten, um in der Kirche etwas zu erreichen. Das Potential von 39 Prozent sei unentschieden, was eine Mitgliedschaft in der kfd beträfe. Veronika Steinrückes aufmunterndes Fazit lautete: „Unsere Themen interessieren. Werden Sie vor Ort aktiv. Sprechen Sie Frauen darauf an. Der Verband hält wirksame Werbe-Materialien bereit.“ Als Beispiel nannte sie das kfd-Purpurkreuz als Zeichen für eine geschlechtergerechte Kirche. „Wir holen uns Partner mit ins Boot“, äußerten die Expertin und Katharina Brechmann Einigkeit, dass es wichtig sei, sich auch mit der Initiative „Maria 2.0“ zu vernetzen. Mit dem ungewöhnlichen Wort Gottes „Die Töchter Zelofhads haben recht“ aus dem vierten Buch Mose begann die liturgische Begrüßung von Ulrike Göken-Huismann. Gemeinsam mit Katharina Brechmann und Dorothee Brünger vom Diözesanleitungsteam gestaltete die Geistliche Begleiterin vom kfd-Bundesvorstand einen beeindruckenden Wortgottesdienst. Sie wählte die Lesung aus, die von fünf mutigen Schwestern erzählt. Der Vater ist gestorben und hat keine Söhne hinterlassen. Sein Name soll aus der Mitte der Sippe verschwinden. Die Frauen streiten für ihr Recht auf Erbbesitz und Gott verschafft ihnen dieses Recht. Eine zeitgemäße Auslegung dieses Textes erarbeiteten die kfd-Frauen in Form eines Interviews. Abschließend ließen sie die Töchter Tirza und Milka erklären: „Wir haben es geschafft. Steht auch ihr auf gegen überkommene Traditionen. Erhebt mutig und klug eure Stimmen. Setzt euch ein für die notwendige Erneuerung eurer Kirche. Verlangt Veränderungen. Fordert Gleichberechtigung und die Zulassung zu allen Diensten und Ämtern ein. Worauf wartet Ihr?“ Überdies bot der Tag informative Aktionen in 13 Workshops. In drei „kfd-Lounges“ ging es bei Ulrike Göken-Huismann und Katharina Brechmann, bei der stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Inge Dahlbüdding-Heintel sowie bei Astrid Mönnikes vom kfd-Diözesanverband Köln um die Themen der Verbandsoffensive „Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche“, „nachhaltiges Handel zur Bewahrung der Schöpfung“ und „Gleichstellung in der Gesellschaft“. Veronika Steinrücke gab in ihrem Workshop Tipps zum Aktivwerden, um neue Mitstreiterinnen zu gewinnen. Die kfd-Diözesanreferentin Franziska Mertens zeigte den Frauen die Meilensteine der 100-jährigen kfd-Erfolgsgeschichte auf. Die kfd-Kulturmittlerinnen Maria Kuhnigh und Bilinda Jungblut verglichen im interreligiösen Dialog die Bibel und den Koran. Zur Entspannung beim Yoga lud Marita Brall vom Diözesanleitungsteam ein. Achtsamkeit lautete das Schulungs-Thema der Entspannungspädagogin Ilona Degenhardt. Die kfd-Beraterin in Verbandsfragen Marianne Flottmeier beschrieb neue Wege bei der Gestaltung zukunftsorientierter Vorstandsarbeit. Marianne Völlmecke vom Diözesanleitungsteam vertritt die kfd im Vorstand der Katholischen Arbeitsgemeinschaft Müttergenesung. Sie erläuterte Hintergründe und stellte interessante Möglichkeiten für kfd-Spenden-Aktionen vor. Über singfreudige Teilnehmerinnen eines spontanen kfd-Chores freuten sich die Musikerinnen Mechthild Klinge und Margarete Nordmann. Wie neue, junge Frauen und alte Häsinnen kraftvolle Ideen entwickeln können, diskutierten Interessierte mit der kfd-Praxisbegleiterin Angelika Tuschhoff. Informationen zum Weltgebetstag 2020 aus Simbabwe hielt Dorothee Brünger bereit. Das Tagesmanagement lag in den Händen der kfd-Diözesanreferentin Marita Melzer sowie der zweiten Vorsitzenden Petra Tölle, Dorothee Brünger, Monika Bunsen und Dorothea Lüke vom Diözesanleitungsteam. Luisa Tölle und Verena Neugebauer betreuten den gut bestückten kfd-Shop. Um die Mahlzeiten kümmerten sich Dorothea Engemann und Markus Spiekermann von der Schulmensa sowie die kfd-Frauen aus Brilon und des kfd-Bezirksteams. Der nächste Basistag findet am 10. Oktober 2020 in Werl statt. Weitere Fotos sind hier zu sehen.