„Wir sind dann mal weg.“ 31.05.2010
Mehr als 80 kfd-Frauen aus Paderborn und auch aus dem Ruhrgebiet folgten dieser Einladung des kfd-Diözesanverbandes in Zusammenwirken mit dem Bezirk Paderborn und machten sich am vergangenen Samstag unter der Leitung von Diözesanpräses Roland Schmitz auf den Weg.
Start war in der Michaelskirche in Kirchborchen, wo der Präses die Gruppe mit geistigen Impulsen einstimmte auf den gemeinsamen Weg. Auch mit der Bitte an diesem Tag darüber nachzudenken, welche Wege bin ich, Frau, in meinem Leben gegangen. Wie habe ich sie erlebt und wie klingen sie in mir nach. Vielleicht kann ich auch mit anderen Teilnehmerinnen darüber ins Gespräch zu kommen. Mit dem Lied „Frauen auf dem Wege“ machten die Frauen sich bei strahlendem Sonnenschein auf die 17 km lange Wegstrecke.
Am Waldrand durch Felder entlang der Altenau wanderte die Gruppe Richtung Etteln. Da Frauen bekanntlich viele Sachen gleichzeitig machen können, war das stetige Gehen und der Wunsch im Gespräch zu sein, gut möglich. So mancher Radfahrer, besonders männliche, wunderten sich das ein Mann mit so vielen Frauen unterwegs war.
In der Nähe des Kapellenhofes, an einem Teich gab es eine erste kurze Rast. Nachdem der Durst gelöscht und der kleine Hunger aus dem Rucksack gestärkt war, erinnerte Roland Schmitz an die Klosterfrau Hildegard von Bingen, die vor 1000 Jahren gelebt hat. Sie war der Schöpfung und der Natur mit ihren heilenden Kräften und Gaben in besonderer Weise verbunden. Das Wirken Hildegards klingt nach bis in unsere Zeit.
Ein gemeinsames Lied beendete diese Etappe und wir machten uns weiter schweigend auf den Weg.
Mit ins Gepäck bekamen alle Frauen eine Engelkarte aus dem Rucksack des Präses.
Schutzräume stand auf meiner Karte und es ging um Klöster und Kirchen, in den Menschen Schutz gesucht haben. Und sie stellte mir die Frage: „Wo sind meine Schutzräume?“ Die Karte verschwand erst einmal in meiner Jackentasche. Es ging wirklich schweigend weiter! Kann man das glauben?
Wir wissen doch alle, Frauen fällt immer etwas ein. Doch, es war möglich zu schweigen über eine wirklich lange Strecke. Der Weg führte vom Kapellenhof hinauf Richtung Teufelsstein (ein Aussichtspunkt, den wir aber nicht ansteuerten) weiter Richtung Nonnenbusch, einem Waldstück zwischen Etteln und Dörenhagen. Dieses Stück schweigend zu gehen, war gut ausgewählt, weil es stetig bergauf ging und so konnte Frau genügend Kraft für den Aufstieg sammeln. Ich fand es toll, dass alle Frauen diese Schweigezeit geschafft haben. Es tut gut mal nichts zu sagen und den Klängen der Natur zu lauschen. Und was man alles hört! Den Gesang der Vögel ! Wohltuende Gerüche wie Waldmeister und Bärlauch werden besonders intensiv wahrgenommen. Mitten auf dem Weg entdecken wir ein Hinweisschild auf einen alten Pilgerpfad. Wie viele Menschen waren hier in ihrer Zeit unterwegs, beladen mit ihren Sorgen und den Freuden ihres Lebens? Irgendwann, mitten im Wald, stimmt unser Präses das Lied an „der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf….. Nach und nach stimmen alle Frauen ein und der Himmel ist uns so nahe!!
Jetzt kommen wir auch ins Gespräch über unsere Karten. Auf Birgits Karte steht, „Überall“. Gott ist überall. Wir glauben das an diesem schönen Ort sofort. Ich hole meine Karte aus der Jackentasche.
Schutzräume, habe ich auch welche? Klar, wenn ich aufatmen und auftanken will, gehe ich in den Wald, in die Natur um wieder frei zu werden für den Alltag. Wie gut die Karte zu mir passt. Auch andere Teilnehmerinnen teilen sich ihre Karten mit.
Am Parkplatz Nonnenbusch wandern wir in nördlicher Richtung und erreichen nach Überqueren der Straße (Verbindung zwischen Borchen und Dörenhagen) die „Hillige Seele“. Steinerne Kreuzwegstationen führen zur Kapelle „Hillige Seele“, die von der Gemeinde in Dörenhagen betreut wird. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und es gibt verschiedene Deutungen, warum sie hier erbaut wurde. Es soll auch ein Eremit, Namens Konrad hier gelebt haben, lese ich im Schaukasten unter einem alten Baum. Roland Schmitz berichtet darüber, dass in früheren Zeiten für die Menschen das Herz, Ort und Zentrum der Seele war. Für mich ist klar, Menschen brauchen für ihre Gottes- und Lebensdeutung Bilder, die ihnen helfen und erklären. Jedenfalls ist die „Hillige Seele“ ein schöner Ort in der Natur, umgeben von wogenden Feldern und Wäldern. Ein Ort an den Menschen pilgern um zu beten, zu danken und zu bitten, so wie wir kfd Frauen heute.
Jetzt lese ich zum ersten Mal die Zeit auf meiner kfd-Uhr. 14.40 Uhr ist es.
Donnerwetter wir sind schon 4 Stunden unterwegs. Jetzt ist Brotzeit angesagt, Frauen hocken sich hin, auf die Wiese um die Kapelle und teilen das Mitgebrachte. Die Pause tut gut, das Einzige was stört, ist ein Bauer der gerade sein Feld nebenan mit Gülle düngt.
So machen wir uns weiter auf den Weg, die dritte Etappe. Sie führt durch den Wald (Matsche ist schön) und nach einiger Zeit ziehen wir vorbei an Schloss Hamborn, einem Dorf, geprägt von der Waldorfschule.
Wir müssen weiter Richtung Kirchborchen, dem Ausgangpunkt unserer Pilgerwanderung.
Noch einmal machen wir eine kurze Pause am Wegrand mit einem geistigen Impuls. Wir erinnern uns an die Pfade und Wege, die Menschen vor uns unterwegs waren, immer zu Fuß. Welch eine Leistung.
Heute sind wir auch auf unseren Füßen unterwegs, spüren die km, die wir hinter uns haben, die eine mehr, die andere weniger. Und die Sonne meint es gut mit uns.
Was haben wir für ein Glück mit dem Wetter, höre ich die Frauen immer wieder sagen. Gegen 17.30 Uhr erreichen wir unseren Ausgangspunkt, die Kirche in Kirchborchen. Alle sind gut angekommen. Ein dickes Dankeschön
an das Bezirksteam, dass die Tour ausgesucht hat und wie Kundschafter den Weg vor uns gegangen sind. Danke an Frau Brünger, Frau Wulf und Frau Remmert. Und ein herzliches Dankeschön an Roland Schmitz, der uns Frauen geistig gestärkt hat auf diesem alten Pilgerpfad.
Zu Fuß unterwegs zu sein, Verband auf diese Weise zu erleben und auf zu tanken für den Alltag mit seinen vielfältigen Aufgaben. Noch ein besonderer Tipp. Am Kirchplatz gibt es eine Eisdiele mit super leckerem Eis. Hmm………

Katharina Brechmann

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Letzte Aktualisierung:
01.09.2010 - 20:27 Uhr


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